Keine Polarisierung in der Schweizer Berufsstruktur

TitreKeine Polarisierung in der Schweizer Berufsstruktur
Type de publicationJournal Article
Year of Publication2017
AuteursOesch, D, Murphy, E
JournalDie Volkswirtschaft
VolumeWirtschaftspolitik
Pagination20-23
Date Published12/2017
Résumé

In der Wirtschaftswissenschaft wird oft behauptet, der technologische Wandel führe zu einer Polarisierung der Berufsstruktur: Stellen würden vor allem an den Rändern des Arbeitsmarkts geschaffen, während die Mittelklasse ausgehöhlt werde. Konzeptuell macht diese These wenig Sinn, da mit «Mittelklasse» historisch betrachtet nie die arithmetische, sondern die hierarchische Mitte der Sozialstruktur gemeint war. Auch die Empirie widerspricht der Polarisierungsthese. Die Auswertung der Volkszählungen zwischen 1970 und 2010 sowie der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung von 1991 bis 2016 zeigt, dass in den letzten Jahrzehnten vor allem hoch qualifizierte Stellen bei Managern und Projektmitarbeitern, Programmierern und Lehrern geschaffen wurden. Zugleich sind viele niedrig qualifizierte Stellen in der Landwirtschaft, der Industrie und dem Backoffice verschwunden. Der Strukturwandel hat daher nicht die Mittelklasse erodiert, sondern die Ränge der Industriearbeiter und Bürohilfskräfte ausgedünnt.

URLhttps://dievolkswirtschaft.ch/de/2017/11/murphy-oesch-2017-12d/