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Die Einkommen der Superreichen in der Schweiz steigen weiter

Im Verlauf der letzten 20 Jahre sind in der Schweiz die Einkommen des Top 1% der reichsten Steuerzahlenden trotz internationaler Finanzkrise stark gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit, von Jahr zu Jahr erneut unter den Topverdienden zu sein, ist dabei konstant hoch. Dies zeigt der Artikel von Isabel Martinez in der elften Ausgabe der Zeitschrift Social Change in Switzerland.

Besonders stark war der Einkommenszuwachs unter den Superreichen: Die reichsten 450 Steuerzahlenden (das Top 0.01%) konnten Ihren Anteil am Schweizer Gesamteinkommen seit 1980 beinahe verdoppeln. Die Finanzkrise von 2008 hat dem Anstieg der Einkommenskonzentration, die sich auch international und insbesondere in den Vereinigten Staaten beobachten lässt, keinen Abbruch getan.

Wenig erforscht wurde bis anhin die Zeitdauer, während derer die Bestverdienenden an der Spitze der Einkommenspyramide verweilen. Auf Basis der AHV-Daten zeigt Isabel Martinez, dass rund 80% der Topverdienenenden auch im Folgejahr noch in der selben Einkommensgruppe sind. Nach 5 Jahren liegt der Anteil bei knapp 60%. Diese Werte sind seit 1981 erstaunlich stabil geblieben. „Der beobachtete Anstieg der Ungleichheit wurde also nicht durch grössere Einkommensmobilität kompensiert“, folgert die Forscherin. Gebräuchliche Ungleichheitsmasse wie der Gini-Index, welcher die Einkommen aller AHV-Pflichtigen berücksichtigt, bestätigen dies.

Der Beitrag von Isabel Martinez gibt auch Aufschluss darüber, wer die Topverdienenden in der Schweiz sind. Rund ein Drittel des obersten Einkommensprozents sind Personen, die im Ausland geboren wurden. Im Gegensatz dazu sind die Frauen im obersten Prozent stark untervertreten. Obwohl 46% aller Beschäftigten in der Schweiz weiblich sind, finden sich unter den Topverdienenden nur 10% Frauen.

>> Isabel Martinez (2017). Die Topeinkommen in der Schweiz seit 1980: Verteilung und Mobilität. Social Change in Switzerland No 11. Retrieved from www.socialchangeswitzerland.ch

Kontakt : Isabel Martinez, isabel.martinez@unisg.ch, +41 79 560 27 26

Die Reihe Social Change in Switzerland dokumentiert laufend die gesellschaftlichen Entwicklungen in der Schweiz. Die Reihe wird gemeinsam herausgegeben vom Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften FORS, vom Zentrum für die Erforschung von Lebensläufen und Ungleichheiten der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Lausanne LINES, sowie vom Nationalen Forschungsschwerpunkt LIVES – Überwindung der Verletzbarkeit im Verlauf des Lebens (NFS LIVES).  Ziel der Reihe ist es, Veränderungen bezüglich Arbeit, Familie, Einkommen, Mobilität, Stimmrecht oder Geschlechterverhältnisse aufzuzeigen. Die Beiträge beruhen auf wissenschaftlichen Untersuchungen und richten sich an ein breiteres Publikum.